Gefühlsarbeit am Gaspedal

Sobald das Fahrzeug aufschwimmt, verlangt das Hirn automatisch nach einer Vollbremsung oder einem hektischen Ausweichmanöver. Genau diese Reaktion führt jedoch direkt in den Graben oder in die Leitplanke. Tretet ihr bei Aquaplaning voll auf die Bremse, blockieren die Räder blitzschnell. Sobald die Reifen dann wieder festen Boden unter den Profilrillen spüren, reißt die Haftung schlagartig ab und das Auto bricht unkontrollierbar aus. Haltet stattdessen das Lenkrad absolut gerade und fest mit beiden Händen umschlossen. Tretet die Kupplung durch oder schaltet bei einem Automatikfahrzeug nicht manuell um. Nehmt gleichzeitig behutsam den Fuß vom Gaspedal. Das Fahrzeug verlangsamt durch den Wasserwiderstand von ganz allein. Erst wenn ihr spürt, wie die Reifen den Asphalt wieder greifen, steuert ihr euer Auto vorsichtig weiter. Tückischer Schmierseifen-Effekt Besondere Vorsicht gilt direkt zu Beginn eines sommerlichen Unwetters. Rollen die Räder nach Wochen ohne Niederschlag über die trockene Fahrbahn, sammelt sich dort eine Menge Unrat an. Feiner Staub, Reifenabrieb, Tropfen von Motorenöl und Blütenstaub bilden eine unsichtbare Schicht auf dem Asphalt. Setzt nun der erste feine Regen ein, vermischen sich diese Rückstände mit den Wassertropfen. Es entsteht ein extrem rutschiger Schmierfilm, der sich ähnlich gefährlich wie Blitzeis verhält. Die Haftung der Reifen sinkt bereits bei geringen Geschwindigkeiten drastisch. Vertraut in diesem Moment nicht blind auf elektronische Helferlein. Moderne Assistenzsysteme wie ABS oder ESP können die Physik nicht außer Kraft setzen. Sie benötigen zwingend mindestens einen minimalen Kontakt zwischen Reifen und Straße, um überhaupt zu funktionieren. Vergrößert deshalb sofort den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und schaltet manuell das Abblendlicht ein, damit euch andere Verkehrsteilnehmer im Regenschleier rechtzeitig erkennen.

Profiltiefe: Die beste Verdrängungstaktik

Ihr könnt dem gefährlichen Aufschwimmen sehr effektiv vorbeugen, bevor die erste Wolke am Himmel aufzieht. Die wichtigsten Schutzschilde gegen Aquaplaning sitzen direkt an euren Achsen. Ein tiefes Profil pumpt pro Sekunde viele Liter Wasser unter dem Reifen hervor und leitet es über die Längsrillen nach außen ab. Zwar schreibt der Gesetzgeber nur eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, doch Experten raten dringend zu mindestens drei Millimetern bei Sommerreifen. Fällt die Profiltiefe unter diesen Wert, verliert der Reifen bei Starkregen exponentiell an Leistungsfähigkeit. Kontrolliert zusätzlich regelmäßig den Reifendruck an der Tankstelle. Stimmt der Luftdruck nicht, verformt sich die Auflagefläche der Lauffläche ungünstig. Ein zu niedriger Druck lässt die Reifenmitte einknicken, wodurch sich das Wasser noch schneller unter das Rad schiebt. Mit gepflegten Pneus und angepasster Geschwindigkeit kommt ihr garantiert sicher durch jeden Wolkenbruch.